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Geographie

Griechenland, ein Land Südosteuropas. Es liegt am südlichen Rand der Balkanhalbinsel. Zusammen mit den Inseln der Ägäis, mit Kreta, den Inseln des Dodekanes und denen des Ionischen Meeres bildete Griechenland ein einheitliches territoriales Gebiet, dessen Geschichte sich in der Tiefe der Jahrhunderte verliert. Dieser Raum Griechenlands, durch den sich Europa mit Asien verbindet und der den besten Zugang zu Afrika bietet, ist eines der wichtigsten Gebiete der Welt.




Betrachtet man die geographischen Koordinaten, so ist die Lage des Landes folgende: Der nördlichste Punkt befindet sich im Dorf Orménio in der Provinz Evros, an der griechisch-bulgarischen Grenze. Geographische Breite 41°45'01". Der südlichste Punkt befindet sich auf der Insel Gavdos, südlich von Kreta, geographische Breite 34°48'11". Der östlichste Punkt (und der vom Festland entfernteste) liegt auf der kleinen Insel Strongyli, östlich von Kastelorizo, geographische Breite 36°06'17". Der westlichste Punkt ist die kleine Insel Othoni, nordwestlich von Kerkyra, geographische Breite 39°51'11".
Die Länge der Festlandsgrenzen Griechenlands beträgt 1.180,53 km. Im Norden grenzt das Land an Albanien (Länge der Grenzen 246,7 km), an die Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien (256,13 km) und an Bulgarien (474,7 km). Im Osten grenzt es an die europäische Türkei (Ostthrakien, Länge der Grenze 203 km).
Die Gesamtfläche Griechenlands beträgt 131.957 km², von denen 112.192 km² den Festlandanteil ausmachen und 19.765 km² die Inseln. Es gibt über 9.000 solche kleinere und größere Inseln, von denen nur ca. 220 bewohnt sind. Länge der Küste: 15.021 km.
Die geologische Physiognomie dieses Gebietes hat sich oft geändert, bis es zur heutigen gekommen ist. Das Charakteristikum dieser Veränderungen ist der ständige Kampf zwischen Meer und Land.
Vor hunderten Millionen von Jahren war das heutige griechische Festland bis nach Kleinasien hin vom Meer bedeckt. Vor rund 140 Millionen Jahren schufen geologische Umwälzungen die ersten Erdformationen, die sich aus den Wogen erhoben. Entscheidende Wandlungen im griechischen Raum sind vor 35 Millionen Jahren eingetreten. Es ist die Zeit der Auffaltung der Alpen, in der die höchsten Gebirgsmassen der Erde in Erscheinung traten (Alpen, Pyrenäen, Himalaya). Vor 400.000 Jahren, am Ende der Eiszeit, erfuhr Griechenland erneut eine Veränderung, da das Meeresniveau sich um etwa 200 m senkte. Von da an bis 1.300 v. Chr. geben Erdbeben, Vulkanausbrüche und andere geologische Phänomene dem griechischen Raum jene Gestalt, die er bis heute behalten hat.



Der vielgestaltige geographische Raum Griechenlands zeigt die Vielfalt von klimatischen Verhältnissen. Die meisten Gebiete des Landes gehören zum Mittelmeerklima oder zum so genannten „Klima des Ölbaumes“. Allgemein gilt das griechische Klima mit rund 300 Sonnentagen als das mildeste im Mittelmeergebiet, bei gleichzeitig vielen Variationen in den nördlichen und westlichen Teilen des Landes.
Ein weiteres Grundmerkmal des griechischen Klimas ist der Wechsel der Jahreszeiten: Ein kurzer Frühling mit mittleren Temperaturen um die 20° C mit einigen Regenschauern von März bis Mitte Mai, ein langer, heißer Sommer mit Temperaturen von 30 bis 40° C und nur selten Niederschlag von Juni bis Anfang Oktober, ein wunderbarer Herbst mit mittleren Temperaturen, die aber höher liegen als im Frühling, ein milder und sonniger Winter mit nur kurzen Regenschauern. Dies gilt fast für ganz Zentral- und Südgriechenland (außer für die Gebirgsgegenden), für die Inseln des Ionischen Meeres und der Ägäis. Der Sonnenschein erreicht im Jahr 3.000 Stunden, Regenfälle gibt es im Sommer selten, und vom Meer wehen die Brisen und die kühlen Nordwestwinde (Meltemi).
In den nördlichen und östlichen Gebieten (Epirotisches, Mazedonisches und Thrakisches Binnenland) ist der Winter verhältnismäßig hart und die Temperatur sinkt gelegentlich bis - 20° C. Es wehen starke Winde, es gibt häufig Schneefall und viele Wolken. Ab 1.200 m Höhe gibt es sogar heftige Schneefälle, und teilweise bleibt der Schnee in manchen Bergregionen ab 2.000 m Höhe bis in den Juni liegen. Es kommt selten vor, doch kann man in höheren Gebieten, zum Beispiel auf dem Olymp, dem höchsten Berg Griechenlands, sogar das ganze Jahr über Schnee sehen. Das Meer erreicht in den Wintermonaten eine Temperatur von 15° C. Im Sommer dagegen liegen die Temperaturen sehr hoch.
Die größte Niederschlagsmenge wird im ganzen griechischen Raum zwischen November und Februar gemessen. Im Gebirge wird der Regen mit 1.500 mm/m2 im Jahr berechnet, während er im Südosten Kretas nur ein Drittel davon erreicht. Ein weiteres Charakteristikum des griechischen Klimas ist die Reinheit und Durchsichtigkeit der Atmosphäre, in welcher sich die harmonischen Massen der Berge abzeichnen. Die Farben werden unter der leuchtenden Sonne lebendig, und das Auge entdeckt Schönheiten der Natur selbst auf die Entfernung von vielen Kilometern.

Die griechische Tier- und Pflanzenwelt

Schwerlich kann man die Schäden übersehen, die durch eine rasche und oft ungeplante Nutzung der griechischen Natur entstanden sind. Ihre Ursache sind der oft unkontrollierte Rohstoffabbau, die Waldbrände, die Jagd, die von mehr als 300.000 Jägern ausgeübt wird, die Viehzucht und anderes mehr.
Zwei Drittel der Oberfläche Griechenlands sind Waldgebiete (genau 8.894.800 Hektar). Diese sind aber unterschiedlich gegliedert. 2,4 Millionen Hektar, d.h. 19 % der Gesamtfläche, sind reiner Wald, 31 Millionen Hektar sind teilweise waldbedeckte Flächen und 2,4 Millionen Hektar überwiegend Weideland. Kreta hat einen Waldbestand von 3 %, während er in Thrakien 28 % umfasst.
Griechenland besitzt einen der reichsten Pflanzenbestände der Welt mit 4.050 eigenen Arten. Der Reichtum, die Vielfalt und die besondere Schönheit der Pflanzen der griechischen Flora haben seit der Antike viel Bewunderung auf sich gezogen. Viele dieser Pflanzen (Hyazinthe, Narzisse, Iris, Akanthus, Rose, Olivenbaum usw.) haben sich mit antiken Mythen verbunden und viele Künstler inspiriert. Innerhalb dieses Reichtums können manche Pflanzen als schlechthin typisch für den griechischen Raum angesehen werden, so etwa der Klatschmohn, die Kamille, die Anemone, die Margerite usw.



Der Schutz der Natur und der Tierwelt  ist in der griechischen Verfassung verankert. Man begegnet ihm durch die Errichtung von Nationalparks, die Schaffung von Gehegen (Prespa), durch Jagd- und Fischereiverbot in verschiedenen Gebieten und für verschiedene Tier- und Fischgattungen, sowie durch eine entsprechende Information der Bevölkerung. Selbst wenn die griechische Fauna in den weiteren Bereichen der so genannten paläarktischen Gebiete angehört (dazu gehören viele Länder des Mittelmeeres, Europas und Asiens), so gibt es dennoch manche Tierarten, die als spezifisch griechisch bezeichnet werden, die Landschildkröte etwa, die Wildziege Griechenlands und insbesondere Kretas, die Kleinpferde der Insel Skyros u. a. m.


Die Berge - Die Flüsse und das Meer

Zwei Grundelemente bestimmen den griechischen Raum: Gebirge und Meer. Mindestens 20 Berge übersteigen die Höhe von 2.000 m, die Grenze des ewigen Schnees. Das Kennzeichen der griechischen Gebirge (vier Fünftel des Territoriums Griechenlands bestehen aus Bergen) ist etwas fast Einzigartiges in der Welt: Es gibt kaum einen Berg in Griechenland, von dem aus nicht ein Stück Meer zu sehen ist und der nicht von den Meereswinden erreicht wird. Kein Punkt des Landesinneren ist mehr als 100 km vom Meer entfernt, während auf den Peloponnes dieser Wert nur 50 km beträgt und in Zentralgriechenland 60. Hohe griechische Berge, der Olymp etwa und der Taygetos, sind nur 10 – 20 km vom Meer entfernt.
Dieses einmalige Nebeneinander von Gebirge und Meer, mit den kleinen Küstenebenen, die sie trennen, diese Verbindung der scheinbar so verschiedenen Elemente, gibt der griechischen Landschaft ihre eigene Farbe und Gestalt.

Die zehn höchsten Berge Griechenlands sind:

Olymp   2.904 m
Smolikas   2.631 m
Grammos   2.521 m
Voras oder Kaimaktsalan 2.519 m
Giona   2.508 m
Tymphi   2.500 m
Parnaß   2.456 m
Psiloritis   2.454 m
Levka Ori   2.453 m
Athamanon   2.429 m


Die geringe Ausdehnung des Landes, die Gebirgsmassen, die Heftigkeit der Regenfälle und die geringe Zahl dieser Niederschläge in den meisten Gebieten haben die Bildung von Flüssen mit reichlich Wasser verhindert. Es gibt nur wenige große Flüsse, und meistens haben sie ihre Quellen außerhalb des griechischen Raumes, wie der Evros, der Nestos, der Axios und der Strymon usw. In der Antike war der Evros - an der griechisch-türkischen Grenze - schiffbar. Heute wird die Möglichkeit untersucht, auf dem Nestos und dem Axios im Rahmen einer internationalen Schiffsroute zur Ägäis den Schiffsverkehr erneut einzuführen. Die Flüsse hatten stets für den Verkehr große Bedeutung, denn die Hauptstraßen folgten seit der Antike den Flusstälern. Darüber hinaus waren die griechischen Flüsse für die Bewässerung wichtig. Sie wurden deshalb als heilig angesehen. Denn in den meisten Gebieten war im Sommer der Wassermangel groß.

Die zehn größten Flüsse, entsprechend ihrer Länge auf griechischem Territorium, sind die folgenden:

Aliakmon   297 km
Acheloos   220 km
Pineios (Thessalien)  205 km
Evros   204 km
Nestos   130 km
Strymon   118 km
Thyamis/Kalamas  115 km
Alfeios   110 km
Arachthos   110 km
Enipeas     84 km


Viele Flüsse wurden in den letzten Jahren genutzt, und zwar durch die Errichtung von Staudämmen und durch Bewässerungsanlagen. Auch die griechischen Seen sind nicht umfangreich. Früher waren sie oft Seuchenherde. Nach ihrer Trockenlegung entstanden aus manchen Seen Anbauflächen für Kleinkulturen (Karla, Kopais, Agoulinitis usw.).

Die zehn größten griechischen Seen sind:

Trichonis (Agrinion)  96,22 km²
Volvi   70,44 km²
Vegoritis (Ostrovo)  54,47 km²
Koronia (Langada)  46,53 km²
Vistonis   44,86 km²
Kleiner Prespa  42,54 km²
Großer Prespa  39,04 km²
Kerkini    34,01      km²
Kastoria   28,87  km²
Yliki   19,44 km²




Die Bevölkerung


Im Jahre 1821, nach der Befreiung des Landes von der osmanischen Herrschaft, erreichte die Bevölkerung Griechenlands (Peloponnes und Zentralgriechenland) nur 938.765 Einwohner. Im Jahr 1920 umfassten die griechischen Grenzen 5.016.889 Einwohner. Im Jahr 1961 betrug die Einwohnerzahl 8.388.553 und wuchs zehn Jahre später auf 8.768.641 an. Die Einwohnerzahl der Städte belief sich 1971 auf 4.667.489, d.h. auf 53 %, die halbstädtische Bevölkerung betrug 1.019.421, d.h. 11,6 % und die bäuerliche Bevölkerung 3.081.731, d.h. 35,4 %.
Heute beträgt die Einwohnerzahl 11.082.751 Menschen (Volkszählung 2001).  Davon leben 72,8 % in den Städten. Nur 10,9 % sind Bauern. Die Landflucht und die Auswanderung stellten die zwei größten Nachkriegsprobleme des Landes dar: Abwanderung der Arbeitskräfte, Rückgang der Geburtenziffer, das Veröden vieler landwirtschaftlicher Gebiete und die Probleme, die sich mit der raschen Entwicklung der städtischen Zentren ergeben. Die Auswanderung ist in den letzten Jahren fast zum Stillstand gekommen; die Landflucht wird aber immer mehr zu einem brennenden sozialen und wirtschaftlichen Problem. Man schätzt, dass heute in der Ebene von Attika ca. ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes lebt.

Die Verwaltungsstruktur

Das Land ist heute in 54 Verwaltungsbezirke (griechisch: Nomoi = Präfekturen) aufgeteilt (4 davon in Attika) und in 13 Regionen (griechisch: Peripheries) : Attika, Mittelgriechenland, Thessalien, Westgriechenland, Epirus, Westmakedonien, Zentralmakedonien, Ostmakedonien und Thrakien, Kreta, Ionische Inseln, Nördliche Ägäis, Peloponnes, Südliche Ägäis.
Insgesamt gibt es in Griechenland 914 Städte und 120 Gemeinden. Nach der Volkszählung 2001 zählte die Hauptstadt Griechenlands Athen offiziell 745.514 Einwohner, die Präfektur Athen insgesamt 2.664.776 und die Metropolitanregion Athen 3.761.810, die Hafenstadt Piräus miteinbezogen. In Thessaloniki leben 363.987 Einwohner, in Patras 163.446, in Iraklion 137.711, in Larissa  126.076, in Volos 82.439, in Kavala 63.293, in Serres 56.145, in Chania 53.373 und in Ioannina 70.203. 

Die Religion

Ca. 97 % der Griechen gehören der Griechisch-Orthodoxen Kirche an. Die restlichen ca. 3% sind Moslems, katholische und evangelische Christen u.a. Auf der Halbinsel Chalkidiki in Makedonien, liegt die autonome Mönchsrepublik Athos, in der seit Jahrhunderten 20 griechisch-orthodoxe Klöster existieren.

Die griechische Sprache

Die griechische Sprache  bildet einen eigenen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Seit 3500 Jahren schriftlich überliefert, ist sie die älteste Sprache Europas und stellt ein starkes Element nationaler Kontinuität dar. Die neugriechische Sprache stützt sich auf dasselbe Idiom, das Homer benutzte. Das griechische Alphabet und die griechische Sprache haben alle westlichen Sprachen nachhaltig beeinflusst.


Quelle: Griechische Botschaft in Wien + Griechischen Botschaft Berlin

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